| 23. Juli 2009
Für Cookie ...Unter deinen Füßen glitzert in allen Kristallfarben der Sand. Warm, wie eine Decke in einer Gewitternacht, bedeckt er deine nackten Zehen. Bei jedem Schritt fallen einige Körner auf sie, andere wieder hinab, ein stetig sanftes Streicheln. Die Wellen rauschen in dem Sachten Rhythmus, die das Herz des Ozeans ihnen vorgibt. Weder Ebbe noch Flut sind zu erkennen, in immer gleicher Linie bricht sich das Wasser. Weit hinten am Horizont verschwindet die Sonne langsam in der unendlichen See, färbt das Wasser rot, lässt die Wolken von innen brennen. In deinen Augen brechen sich die Farben, sie berühren dich, berühren etwas tief in dir, es fühlt sich an als wenn sie dich umarmen. Ein leises Lied geht dir durch den Sinn. Von Freiheit erzählt es, von alten Tagen und tausende von Erinnerungen bringt es mit sich.
Schritt für Schritt folgst du der unsichtbaren Spur, die deine Füße leitet, nachzudenken brauchst du nicht wohin der Weg dich führt, er ist sicher, als wenn du tausendmal schon hier gegangen bist, kennst du ihn. Mit deinem langsamen Gang ziehen die Dünen an dir vorbei. Auf ihnen wachsen Strandblumen. Ewig scheinen sie zu blühen, in dem Lied des Windes wiegen sie sich stumm hin und her und doch schlafen sie still. Ihr Rauschen ist wie Atemzüge, zusammen mit dem Wellenschlag ist alles eine eigene Welt hier. Die Sekunden kleben wie in einem Honigglas fest, sie setzen sich an den Himmel, die ersten Sterne erwachen in der nahenden Dunkelheit. Eins, zwei, drei, vier und dann zu viele um sie zu zählen, ganz gleich wie oft dein Blick sie sucht. Zwischen deinen Fingern spürst du den Wind, er wird frischer, die Nacht bricht an. Die Sonne küsst das Meer, immer weniger ist von ihr zu sehen. Langsam lässt du dich hin abgleiten in den Sand. Du setzt dich und streckst deine Beine von dir. Den langsamen Gang des Lichtes hinein ins Wasser beobachtest du. Vorsichtig spielen deine Hände mit dem Sand. Irgendwo darin ist eine kleine Muschel, die sich deinen Fingern entgegen schiebt. Rau ist ihre Oberfläche. Langsam betastest du ihre Oberfläche, zählst ihre Rillen. Welche Farbe sie wohl hat? Deine Augen bleiben an der Sonne hängen, sie verschwindet jetzt ganz im Meer, nur ein winziger Streifen rot erinnert noch minutenlang an sie. Du spürst deinen Atmen, der langsam und ruhig dem Takt der Wellen folgt. Tief in deinen Körper hinein atmest du die immer kühler werdende Luft. Ein und aus. Du zählst jetzt deinen Herzschlag, hörst ihm zu und den Wellen zur gleichen Zeit.
Nach einer Weile stehst du wieder auf. Deine Muskeln genießen es langsam weiterzugehen, langsam weiter am Strand entlang. In deiner Hand hältst du noch deine Muschel. Welche Farbe sie wohl hat?
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