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Einleitung So baue ich mir ein Schild (spontan) "Ich traue mich nicht" - Anfangsschwierigkeiten überwinden Das Vorgehen - Der Kodex Der Umgang mit den Tränen Der Umgang mit Kritikern Gratis Umarmungen – Free Hugs Die Kampagne ‚free hugs‘ ist in Kanada entstanden, der erste Hugger war Juan Mann. Die Grundidee der kostenlosen Umarmungen ist ihm aus der eigenen Erfahrung entstanden, dass man manchmal einfach eine Umarmung braucht. Das Leben ist nicht immer schön und gerade dann liegt oft die menschliche Nähe nicht auf der Straße. Hugger möchten Liebe, Nähe, Zuneigung und Spaß an andere Menschen weitergeben, auf eine ungewöhnliche Art, genau dort wo sie sonst nicht ist: Überall auf der Straße. Mit größeren oder kleineren Schildern laufen Hugger durch belebte Straßen. Auf den Schildern steht ‚free hugs‘(gratis Umarmungen) – und genau das wird angeboten. Jeder der möchte bekommt eine kostenlose Umarmung. Für viele wird damit die christliche Idee der Nächstenliebe weitergegeben. Jeder kann eine solche Umarmung bekommen. Hugger machen keine Unterschiede zwischen großen, kleinen, dicken, schlanken, altem oder jungen Menschen. Viele Leute verstehen genau das nicht. „Umarmst du auch alte Damen?“ höre ich – wenn ich im Einsatz bin – mehrmals täglich. „Natürlich!“ ist meine selbstverständliche Antwort.
Eine zweite Frage die man als Hugger oft zu hören bekommt ist „Warum machst du das?“. Über die Weitergabe von Liebe habe ich schon berichtet. Am einfachsten kann man es mit einer kleinen Geschichte erklären, die fast jeder Hugger schon einmal so oder so ähnlich erlebt hat. Mit dem Schild in der Hand bin ich auf dem Kirchentag 2009 in Bremen. Die Sonne brennt auf die Menschen herunter. Trotzdem lachen, wie immer, viele Menschen die mein Schild sehen. Mein erstes Ziel ist schon erreicht: Die Menschen lächeln. Auch wenn gerade niemand eine Umarmung möchte, kann ich die kleine Pause gebrauchen. Mein Arm tut weh. Das Schild hoch zu halten ist anstrengend und auch die Umarmungen kosten jedes Mal ein klein wenig Kraft. Schließlich sind sie alle ehrlich gemeint. Ich genieße das wundervolle Wetter und liebe den erstaunten Ausdruck in den Augen. Dann sehe ich eine Dame die mich anders anschaut. Schon nach zwei Tagen kann ich erkennen, dass sie eine von den Menschen ist, die eine Umarmung nicht nur aus Spaß brauchen. Sie ist 35 Jahre, vielleicht 40. Ich bin schon seit jeher schlecht darin das Alter zu schätzen. Man erkennt es in den Augen. Es ist kein Spaß darin, wie bei vielen anderen, die Hugger einfach witzig finden. Zuerst liest sie das Schild, dann sieht sie mich an und weiß nicht was sie tun soll. In den Augen hat sie eine stillte Hoffnung. Wie immer wenn jemand unentschlossen ist frage ich „Möchten Sie eine gratis-Umarmung?“. Sie weiß nicht ob sie will. Sie sagt nichts. Wie immer, wenn keine Reaktion kommt die ablehnend ist, breite ich mein Arme aus und lächle die Frau an. Manchmal ist genau das ausschlaggebend, zu zeigen, dass ich es ernst meine. Es ist kein Scherz, ich möchte sie nicht auf den Arm nehmen – sondern in den Arm. Jetzt kommt sie einen Schritt auf mich zu und lächelt kurz. In diesem Fall ist das Signal genug. Ich gehe auf sie zu und schaue noch einmal fragend. Ein kleines, leider trauriges Lächel, huscht über ihre Lippen, dann umarme ich sie. Umarmungen dauern immer so lange wie mein Gegenüber möchte. Sie möchte lange. Währenddessen ruft jemand von der anderen Straßenseite nach mir und hält die Arme auf. Ich lasse die Umarmung zu Ende gehen, schaue sie noch einmal an und sehe die Tränen in ihren Augen. „Moment eben“ rufe ich ihr zu und renn kurz auf die andere Straßenseite. Eine Umarmung später bin ich wieder bei ihr und umarme sie noch einmal. Die Tränen sind immer noch dort. Warum erzählt sie mir nicht. Ich frage auch nicht. Wenn sie reden will bin ich da. Mit einem traurigen Lächeln geht sie wieder und wünscht mir „Gottes Segen“. Ich wünsche ihn ihr und weiß: Diese Umarmung hat viel bewirkt. Ein zweites Beispiel: Ich bin ein Sohn. Nicht nur der Sohn meiner leiblichen Mutter, sondern auch von einer Frau, die ihren Sohn auf dem Kirchentag sucht. Er hat sich einer Sekte angeschlossen, dadurch ist der Kontakt abgebrochen. „Ich weiß dass er hier ist“ sagt sie mir und nimmt die Umarmung als Umarmung ihres Sohnes an, so lange bis sie ihn gefunden hat. Auf dem Kirchentag soll sie ihn nicht finden. Am letzten Tag begegne ich ihr noch einmal. Sie ist zuversichtlich und so bin ich es. Irgendwann wird sie ihn wiederfinden. Eine Umarmung später weiß ich wieder, dass sie diese nicht vergessen wird. Hugger bringen Menschen zum Lachen, zum Lächeln, nehmen die Menschen ernst wie sie sind. Und manchmal helfen sie mit der Umarmung jemandem, der sie wirklich gebraucht hat. Mindestens einmal am Tag begegne ich jemandem, der mich den Tränen nahe wieder verlässt. Eine Person reicht auch schon, damit ich weiß, dass ich heute etwas Gutes getan habe. Ein Hugger werden - Was man braucht um ein ‚Hugger’ zu werden Zuerst brauchst du Spaß an der Idee und die Überzeugung, dass diese eine gute Sache ist. Nur aus Spaß herumzulaufen und andere Menschen zu umarmen kann (muss nicht) problematisch werden. Du musst dir bewusst sein, dass du als Hugger alle Menschen als gleichwertig und liebenswert ansehen solltest. Wenn du Probleme damit hast alte Menschen in den Arm zu nehmen oder z.B. Rollstuhlfahrer, wirst du dich als Hugger zuerst oft unwohl fühlen. Du kannst aber auch lernen deine Scheu zu überwinden und so selbst etwas lernen und für dich selbst etwas mitnehmen aus den Umarmungen. So baue ich mir ein Schild ‚Free Hugs’ Schilder können auf ganz unterschiedliche Art gebaut werden. Die nachfolgend dargestellte Methode ist eine, die sich in spontanem Umfeld bewährt hat. Viele Menschen entscheiden sich nämlich spontan dazu an der Aktion mitzuwirken, haben aber kein Schild. Sie können nicht daheim ein aufwendiges Schild gestalten, sodnern müssen sich mit dem zufrieden geben, das sie schnell finden können. Die aufgelisteten Materialen und Arbeitsvorgänge können fast überall ausgeführt werden. Fragt einfach im Supermarkt oder andere Hugger ob sie Materialien zum Basteln haben. - Besorge dir einen Edding und breites Klebeband. Wenn vorhanden doppelseitiges. Ein Messer oder eine Schere sind auch sehr hilfreich.
- Stabile Pappe. DIN A 3 oder größer bewährt sich.
Pappen bekommst du im Supermarkt, dort liegen öfter Kartons herum. Diese schneidest du mit einem Messer auf, so dass eine möglichst große Fläche entsteht die beschrieben werden kann. Meist sind diese Pappen etwas unstabil. Am besten besorgst du dir zwei und klebst sie aufeinander, damit sie sich gegenseitig stabilisieren. Das Schild ist Wind, Regen und stürmischen Umarmungen ausgesetzt. Am Abend muss es deswegen oft nachgebessert werden. Wenn du alleine unterwegs bist, empfiehlt sich ein Schild, das nicht wesentlich größer als DIN A3 ist. Größere Schilder stören bei Umarmungen. - Beschriften: Ich beschrifte meine Schilder auf der Vorderseite in deutscher Sprache. Dort steht: Gratis Umarmungen. Ich nutze ganz bewusst nicht primär den Ausdruck ‚free hugs’, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass gerade ältere Menschen der englischen Sprache nicht mächtig sind. Auf die Rückseite schreibe ich den englischen text „Free hugs“. Ein Smilie J ergänzt das Schild auf jeder Seite. Untertexte wie ‚Powerd by Jesus’ oder ‚Sponsored by the Lord’ sind gebräuchlich. Ich persönlich verwende sie eher selten.
- Zusätzlich können Schilder an T-Shirt oder Jacke angebracht werden. Ein weißes T-Shirt kann mit einem entsprechenden Stift beschrieben werden.
- Denkt daran groß genug und ordentlich zu schreiben.
„Ich trau mich nicht!“ Viele, die die Idee gut finden, trauen sich nicht sie selbst umzusetzen. Es erfordert Mut und Selbstbewusstsein, auf völlig fremde Menschen zuzugehen und sie zu umarmen. Hinzu kommt die Angst vor Ablehnung der Aktion oder der eigenen Person. Es gibt mehrere Möglichkeiten damit umzugehen. Wenn du einen Hugger siehst und Lust hast mitzumachen, dann bitte ihn dir zu helfen. Beobachte den wahrscheinlich erfahrenen Hugger ein wenig. Sicherlich wird er die eine oder andere Person, die eine Umarmung möchte, an dich verweisen, so dass du dich langsam daran gewöhnst und merkst, dass die Menschen gerne zu dir kommen. Wahrscheinlich kann er dir auch einige Tipps aus der Praxis geben. Die zweite Möglichkeit ist in einer größeren Gruppe aufzutreten. Besonders Jugendlichen empfehle ich dieses Vorgehen. Zu zweit, zu dritt oder zu fünft umarmt es sich wesentlich leichter. Gleichzeitig ist so gesichert, dass die Umarmungen nicht ausgenutzt werden, dass jüngere Menschen nicht von Erwachsenen bedrängt werden. Das Vorgehen – Der „Kodex“ 1) Lächeln, lächeln, lächeln. Hab Spaß an dem was du tust und lass die anderen wissen, dass du Spaß hast. Wenn du andere mit Freude umarmst, wird diese Freude auch bei ihnen ankommen. 2) Sei ausdauernd. Die ersten 15 Minuten sind die schwierigsten. Oft wirst du zuerst merkwürdig angesehen werden. Menschen beachten dich nicht, runzeln die Stirn oder äußern sich sogar abfällig über das was du tust. Gib deswegen nicht auf! Nach der ersten angenommenen Umarmung wirst du wissen, dass Menschen dein Angebot annehmen. Dann geht alles leichter. Bis dahin gilt es, sich nicht schon zu Anfang zu viele negative Gedanken zu machen. Hab Spaß! 3) Dräng dich nicht auf. Aufdringliches Verhalten ist nicht nur unangenehm sondern gleichzeitig mehr als unpassend. Aggressives Vorgehen steht im Gegensatz zu der Idee der Verbreitung von Liebe und Zuneigung. 4) Umarme nur Menschen die es wollen. Gehe niemals zu einem Menschen und umarme ihn ohne seine Zustimmung. Auch wenn du denkst, dass die Person eine Umarmung gebrauchen könnte, auch wenn jemand sagt „Der da möchte eine“, kommt es auf die Person selbst an. Frag einfach den Betroffenen „Wirklich?“. Wenn keine Antwort kommt, lass sie einfach in Ruhe und reagier nicht, wenn noch einmal auf diese Art nach dir gerufen wird. 5) Umarme jeden Menschen der will. Es gibt keine Auswahlkriterien für eine Umarmung. Sehr jung, sehr alt, sehr groß, sehr klein, sehr kräftig oder sogar Menschen die mit ihrem Auftreten erschreckend wirken können, werden auf dich zukommen. Auch in unterschiedlicher Form behinderte Menschen möchten ab und zu eine gratis Umarmung von dir. Andere sind nass vom Regen, nass geschwitzt, haben strähnige Haare, schlechte Zähne und so weiter. Wenn du denkst, dass du solche Menschen nicht umarmen willst, überleg dir noch einmal ob du wirklich ein Hugger wirst. „Nein“ zu sagen ist dir natürlich erlaubt, wer könnte es auch verbieten. Allerdings musst du dann daran denken wie sich eine Person fühlt, die selbst von Gratis-Umarmern abgelehnt wird. Es geht ja nun einmal darum, dass sich jeder Mensch angenommen und geliebt fühlen soll. Sie sollen spüren, dass du sie magst obwohl du sie nicht kennst. Wenn du dich unwohl fühlst dann werden sie das merken. 6) Achte genau auf die Menschen und geh auf sie zu. Menschen werden lachen, sie werden lächeln und sie werden die Idee süß finden. Wenn du jemanden siehst, der in so einer Form sich über dein Angebot freut frag „Möchten Sie eine (gratis Umarmung)?“ oder „Möchtest du eine?“. Wen du duzt und wen du siezt ist dir überlassen. Du wirst irgendwann ein Gefühl dafür entwickeln. Breite die Arme angedeutet aus und fordere die Leute so auf dein Angebot anzunehmen. Viele sind sich unschlüssig und brauchen ein wenig Aktivität von deiner Seite aus. Denk aber daran nicht zu aggressiv zu werden. 7) Die Umarmung dauert so lange wie dein Gegenüber (oder du) möchte(st). Achte genau darauf wann die Umarmung gelöst wird und lass dann sofort los. Du willst die andere Person ja nicht überfordern. Manche Umarmungen werden sehr flüchtig sein. Andere sehr lang. Wenn es dir selbst unangenehm werden sollte kannst du die Umarmung auch selber lösen. 8) Die Umarmung ist so intensiv wie dein Gegenüber möchte. Manche Menschen nehmen nur einen Händedruck oder ein Schulterklopfen, andere springen dich an und umarmen dich mit Armen und Beinen. Dagegen kannst du in dem Moment wenig tun, schließlich bietest du die Umarmung ja an. Wenn du jemanden auf dich zu gerannt kommen siehst und Angst um deinen Rücken hast, versuch die Person milde abzubremsen, mit einer Bewegung oder einem zugerufenem „langsam, langsam bitte“. Auch größere Gruppen werden auf dich zugelaufen kommen und dich gruppenumarmen. Dabei kann es schon einmal sehr eng und drückend werden. Wenn du das nicht willst mach deutlich, dass du sie nur einzeln umarmst. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden. Dann hab Spaß daran! 9) Lass die Menschen nach der Umarmung nicht sofort alleine. Wenn du dich sofort abwendest, ohne ein weiteres Wort, wird dein Gegenüber ein mulmiges Gefühl haben. Eine schnelle Umarmung drückt menschliche Nähe aus, wenn du diese sofort wieder unterbrichst, werden manche sich unwohl oder zurückgesetzt fühlen. Begrüße die Menschen, wenn sie auf dich zukommen, und verabschiede sie wieder. Wünsch ihnen einen schönen Tag, einen guten Heimweg, ein herzliches Willkommen, je nachdem wo du stehst. Frag sie was sie noch vorhaben, nimm sie ernst. Manche Menschen werden dir ihre Namen sagen. Ich selbst gebe meinen dann gerne zurück. Wenn du das tust sei dir bewusst, dass sie dich eventuell wieder ansprechen werden. Versuch dir zu merken wie sie heißen, merk dir ihre Geschichte, wenn sie dir eine erzählt haben oder wenn eine angeklungen ist. Die großen Geschichten wirst du nicht vergessen. Oft haben sie mit traurigen Menschen zu tun oder Schicksalsschlägen. 10) Wenn du dich mit deinem Schild fortbewegst, lauf langsam. Nur wenn du ganz langsam die Straße entlang schlenderst, dein Schild in verschiedene Richtungen zeigst, strahlst du aus, dass du auch Zeit für das hast, was du anbietest. Oft versuchen auch Menschen gezielt dich zu finden. Wenn du ihnen davon rennst, werden sie dich nie erreichen. 11) Wenn du andere Free-Hugger siehst, umarme und ermutige sie. Manchmal ist es schwer weiterzumachen, nachdem man schlechte Erfahrungen gemacht hat, darum benötigt jeder eine Ermutigung. Gib diese Ermutigung weiter in der Überzeugung, dass die anderen ‚einen tollen Job’ machen. Meist gibt ein Aufeinandertreffen von Huggern eine riesige Massenumarmung. Der Umgang mit den Tränen Die Menschen, die ich als Hugger besonders erreichen möchte, sind jene, die nur selten oder gar nicht in den Genuss menschlicher Nähe kommen. Das bringt mit sich, dass manche Menschen im wahrsten Sinne des Wortes zu Tränen gerührt sind. Sie tragen eine große Traurigkeit mit sich herum, eine leise Hoffnung, eine Sehnsucht. Natürlich kann ich ihnen diese nicht dauerhaft abnehmen. Für solche Menschen nehme ich mir trotzdem gerne etwas mehr Zeit, lege mein Schild ab, setze mich zu ihnen, was immer in dem Moment passend erscheint. Oft rede ich noch eine Weile mit ihnen, manche bekommen eine zweite Umarmung wenn sie wollen. Sie brauchen diese fast noch mehr als die erste, denn erst jetzt wissen sie, dass es mir erst mit dem ist was ich tue. Für eine kurze zZeit bin ich Sohn, Ermutiger, starke Schulter, Gesprächspartner, Freund. Oft lerne ich so Menschen kennen, die ich öfters sehe, zu denen ich sogar manchmal schriftlichen Kontakt habe. Das ist natürlich aus meiner eigenen Entscheidung heraus so, jeder muss für sich selbst wissen, wie nah er die anderen Menschen kommen lassen will. Bevor ich gehe bleibt mir meist nicht viel mehr als meinem Gegenüber viel Glück, Erfolg und Gottes Segen zu wünschen. Dann gehen sie oder ich, wir beide mit dem Wissen, dass es zumindest für diesen Tag, etwas Glück im Leben dieses Menschen gegeben hat. An dieser Stelle möchte ich auch zur Vorsicht aufrufen. Du bist kein Psychologe und kein Therapeut. Solltest du auf einen schwierigen Fall treffen, der dringend Hilfe benötigt, so weise ihn in professionelle Hände. Ermutige zu einem Besuch bei einem Psychologen, wenn du kannst stell den Kontakt selbst direkt her. Du kannst nicht alle Menschen glücklich machen und nicht jedes Leiden mit einer Umarmung vermindern. Damit musst du leider leben. Denk daran, dass vielen anderen deine Umarmung helfen werden, ihnen einen schönen Tag bereiten. Oft höre ich Sätze wie „Das war mein Willkommensgruß auf dem Kirchentag“ und ähnliches. Die Freude, die ich in den Menschen wecken kann, einfach dadurch, dass ich ein Schild hochhalte oder sie umarme, zeigt mir, dass Tränen nicht die einzige Reaktion sind. Aber sie gehören dazu und sind sehr sehr wichtig. Wenn du es einmal erlebst, wirst du wissen, dass deine ‚Arbeit’ mehr ist als nur ‚ein wenig Spaß haben’, sondern das du Menschen wirklich erreichst, bis tief in ihr Herz hinein wirken kannst. Der Umgang mit Kritikern Es wird immer Personen geben, die deine Aktion albern oder unehrlich empfinden. Oft wird gegen die ganze Generation Jugend gewettert, dass sie unsozial und Kontaktarm sei. Free-Hugs sind genau das Gegenteil. Sie sind ehrlich gemeint, sehr sozial und mehr als nur kontaktfreudig. Wir nehmen selbst Kontakt zu Menschen auf, die vielen als unsympathisch erscheinen würden. Lass die Kritiker aussprechen und teile ihnen deinen Standpunkt mit. Erklär ihnen warum du das was du tust für gut und richtig befindest. Lass dich auf keine zu persönlich werdende Diskussion ein. Wenn dein Gegenüber unfair wird, dich persönlich angreift oder sich in anderer Art unmöglich benimmt lächle ihn an, nick ihm zu und dann geh langsam davon. Wir geben das weiter, was Jesus Christus vorgelebt hat. Wir lieben JEDEN Menschen und nehmen ihn so an wie er ist. Wenn ich selbst nicht angenommen werde, sei es wegen meiner Aktion oder wegen meiner Person, dann lehne ich mein Gegenüber trotzdem nicht ab. Dennoch habe ich auch genug Eigenverantwortung, als dass ich mich einem sinnlosen und unfairen Wortgewitter aussetze. Free-Hugs sind nicht oberflächig, die meisten Menschen erinnern sich noch Tage später an Haar- und Augenfarbe, grüßen mich auch wenn mein Schild nicht dabei ist. Ihr könnt starke Kritiker nicht überzeugen, ihr könnt es nur erklären. Erklärt ihm oder ihr was ihr macht, warum und wie – macht klar, dass niemand jemals gezwungen ist eine Umarmung einzugehen. Mehr könnt ihr nicht tun. Fast alle Menschen werden euch ohnehin mit Begeisterung begegnen, besonders wenn ihr auf christlichen Events seid. Auch die bekannte Anti-Gruppe der „Deluxe-Hugger“ ist recht störend. Sie nehmen 1-2€ für ihre Dienste und rufen lautstark ihr Angebot aus. Bewusst stellen sie sich neben euch und versuchen euch die Kunden mit Sprüchen abzulocken. „Meine Umarmungen sind besser als seine“. Oder „was nichts kostet ist nichts wert“. Lasst euch nicht irritieren. Wenn es euch zu sehr stört, geht langsam weiter. Wenn er euch folgt, setzt euch einfach auf den Boden und esst etwas. Ihr habt alle Zeit der Welt und er nur Spaß, wenn er euch ärgern kann. Denkt daran auch diesen Menschen zu mögen. Ladet ihn auf einen Apfel ein, seid nett, ganz gleich wie sehr er euch nervt. Im Notfall verlasst den Ort, steigt in einen Bus und kommt später wieder oder steigt woanders aus, um dort weiterzumachen. Und dabei immer daran denken, dass ihr es aus Spaß und Überzeugung macht – nicht für Geld. |