Poesie an jedem Tag - 147

Die Stimme schwingt
es zittert ein Wort
zwischen den Türen
alle Farbe ist ohne Klang
Sommerwind bedeckt das Fenster
das Schweigen erzählt Geschichten
Schauder ohne Anlass
es zittert ein Herz
nur so.
Poesie an jedem Tag - 145

Wo du lebst
wie du lebst
wo du stirbst
wie du stirbst
ein Augenaufschlag lang
nicht mal ein Atemzug
ein Schicksal entscheidet
ein Gott den du nicht kennst
was dir bleibt
bist du selbst
ist der schwarze Rauch
am Horizont
ein Hauch von
Hoffnung.
Poesie an jedem Tag - 144

Dein Name ist ausgewählt
von Anfang an
seit der erste Stern
den Horizont küsste
steht in der Dämmerung geschrieben
wie du liebst
wie du lebst
wie deine Spuren im Sand
langsam verwehen
wie es sich spiegelt
in deinen Augen
das Mondlicht
wenn es friert.
Poesie an jedem Tag - 139

Wer immer du bist
wie du den Weg auch wählst
in einer dieser Sommernächte
in denen jeder sie spürt
die Magie in der Luft
wirst du den Stern finden
der dir gleicht.
Poesie an jedem Tag - 138

Wenn Sternenschnuppen wandern
wünsch dir etwas
das deine Seele braucht
das dein Herz sich ersehnt
das jeden Traum berührt
etwas
das du bist
das deine Hände
nicht zerstören können.
Poesie an jedem Tag - 132

Du hast die Stimmen gefunden
und sie dich
sie flüstern dir zu
den nächsten Tag
den nächsten Frühling
den Mut zum nächsten Schritt
sie tragen dich
du trägst sie
nur im Kusse
ist das Schweigen.
Poesie an jedem Tag - 122

Wir fragen nicht
nicht mehr nach Gedanken
oder Worten
die voller Leere schweben
wir brauchen keine Weisung
keine Wiesen voll von grünem Gras
wir brauchen keinen Kompass
keinen Segen
mehr
wir sind nur
was wir sind
und was wir bleiben.
Poesie an jedem Tag - 120

Sind es die Straßen
die heute so leer
sind
sind
es meine Augen
die nicht sehen wollen
was nicht da ist?
Weht der Wind
durch alles hindurch
bin ich
durch alles
hindurch gewandert
bin ich
Wind?
Taumeln die Blätter
durch Grau
den Himmel
taumle ich
gen Himmel
oder nur
durchs Nichts
hin und her
gefangen durch mich
und einen Seidenfaden.
Poesie an jedem Tag - 115

Wir sind gleichen Blutes
es fließt
das selbe Gift
durch dich und mich
der selbe Segen
umwallt unsre Seelen
es führt kein Weg vorbei
am Weg
am Lauf der hundert Zeiten
in jeder Sekunde
jedem Herzschlag liegt
das Zugrundegehen
zugrunde.
Poesie an jedem Tag - 112

Des Pilgers Stab
der weite Weg
die Sehnsucht zu gehen
mit ihr
hält sie fern
die Gefahren dieser Welt
und der anderen
der dunkleren
erleuchtet die Schatten
ein wenig nur
doch genug
für ein wenig Zeit,
für ein wenig Worte
für ein wenig mehr noch
von allem was getan werden kann
für ein wenig große Dinge
Sandkörner rinnen
ein jedes formt er ihr
zu kleinen Kristallen
sie zu erleuchten
so lange sie will.