Schnelle Blitze zucken am Nachthimmel. Ein warmer Wind schaukelt leicht die Wellen hoch, und die Blätter der Bäume spielen im Dunkeln verstecken. Ungewohnt frei erzählt die Wiese dem letzten Glimmen des Feuers eine Gutenachtgeschichte bis es einschläft. Erste Tautropfen erscheinen im Gras und zwinkern den Wolken am Himmel zu. Leise schleiche ich dazwischen. Ein paar Sterne zwinkern mir zu, der dunkle Mond lächelt kurz … alles alte Freunde. Das Feuer grüßt noch schnell bevor es erlischt, die Tautropfen … frech wie immer … setzen sich einfach auf meine Schuhe. Müde lachen meine Augen zurück, vielleicht ein wenig zuviel, kurz zucken hektisch Blitze am Himmel entlang. Selten … ein Gewitter das mich nicht kennt. Vorsichtig lege ich mich unter meine Wolke, die wie so oft wartet, und träume ein wenig vor mich hin. Leise fragt mich die Wiese, warum ich so allein sein heute, doch sie weiß, dass ich darauf nichts sage. Ein flimmern legt sich neben mich und streichelt mir durch die Haare. „Still … still“ flüstert sie „ich bin immer bei dir, vergiss das nie“. Langsam drehe ich mich zu ihr, und finde ihre Augen wie immer nur schwer. „Ich weiß …“ flüstern ihr meine Gedanken zu „und doch …“. „Und doch bist du allein“. Ich weiß dass ihre Stimme traurig ist wenn sie das sagt, auch wenn meine Ohren nichts von ihr hören können. Ich nicke schnell. Ihre Hand flackert über meine Wange und zaubert meine Tränen weg. „Warte nur … warte“ sie spricht selten so viel, doch in dieser Nacht sind wohl Zeichen zu wenig für sie.
Plötzlich umarmt mich ihre warme Liebe … das hatte sie noch nie getan … „irgendwann“ … flüstert sie und wartet auf meine Gedanken, dass sie den Satz beenden, doch ihre Nähe raubt mir alle Klarheit. „Irgendwann hast du wen, der dich mit einer Wärme liebt die nicht einmal ich besitze“. Ich spüre, dass sie weint, fühle mich hilflos und halte sie einfach nur noch fest.
Bevor die Sonne aufgeht wache ich auf, blicke in den Himmel, entdecke meine Wolke und lächle kurz. Als ich aufstehe und gehen will fällt ein sanftes Glitzern auf den Tau und lässt ihn kurz in Regenbogenfarben schillern.


© by Dennis Welz