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Eisig kalte Nachtluft schießt in meinen Kopf. Bunte Farben verwischen
die Welt um mich herum. Die Gedanken fliegen aus meinem Kopf heraus, und springen
die Sterne an. Viel zu müde lasse ich mich auf die nächste ... viel
zu dreckige Bank sinken. Beinahe habe ich Angst auf die Uhr zu sehen. Ich weiß
das es zu spät ist um einfach zurück zu gehen ... TICK TACK TICK der
Sekundenzeiger meiner sonst so leisen Uhr hämmert wie eine Glocke in meinem
Schädel. Die Kälte lässt meine Finger zittern, die Uhr fällt
mir aus der Hand ... ich höre nur noch das Glas kaputt springen, und mache
mir gar nicht mehr die Mühe sie aufzuheben. Ein paar Gestalten gehen im
dunkeln an mir vorbei, ich merke nicht mal, ob sie mich ansehen ...
der eine
lacht leise ... mich interessiert es nicht mehr. Die heißen Nadelstiche
in der Nähe meines Herzen wischen alles andere einfach weg. TICK ... die
kaputte Uhr springt über den Bordsteinrand auf die Straße, als ich
sie aus versehen mit dem Fuß treffe. "Zu spät .. viel zu spät"
flüstert eine leise Stimme, viel zu brutal, in meinem Kopf. NEIN ohne darüber
nachzudenken springe ich wieder von der Bank auf, höre es unter meinem
Fuß knacken und bleibe erschrocken stehen. Still ... alles viel zu still
... die Uhr ... jetzt völlig zerstört, sagt keinen Ton mehr, mein
Kopf hört kurz auf zu pochen, und nur das leichte ziehen des Herzens zeigt
mir, dass ich noch lebe. Der Mond, der kurz mal hinter seiner Wolke auftaucht
ist beinahe so hell, dass er mich blendet. Kurz spielt sein Licht mit der "merkwürdigerweise
immer noch sehr nassen Straße. Ein leichtes glitzern geht durch jede Pfütze,
ein leichtes Blitzen durch jede Glasscherbe "vielleicht sind auf welche
von meiner Uhr dabei, ein leises Funkeln verfängt sich in meinen Augen.
"Renn ... renn .... die Zeit ist hinter dir" wieder diese Gedanken
... wieder dieser zwang, doch das Mondlicht ist viel zu faszinierend. Langsam
gehe ich über die Straße, hinter mir donnert, viel zu schnell glaube
ich, ein kleiner schwarzer Wagen vorbei. Die Pfützen weichen panisch aus,
die meisten überleben ihn noch. Der harte Asphalt ist gar nicht so kalt
wie ich gedacht hatte. Vorsichtig lege ich mich, zwischen die Pfützen und
die Glassscherben, einfach auf die Straße. Der Mond, fast als wolle er
mich ärgern, verschwindet wieder hinter seiner Wolke. Ein kleiner Stern
... fast gar nicht mehr sichtbar, keiner weiß wohl was er gerade dort
oben tut, bleibt in meinen Augen hängen. Leise, fast still, aber nicht
ganz meine ich ein kleines Liedchen von ihm zu hören. So etwas zwischen
dem Lied der Einsamkeit und der Hoffnung, etwas zwischen viel zu hart und viel
zu weich, etwas ... wie erdbeer- mit Zitroneneis. Langsam, möglichst leise
stehe ich wieder auf. Viel langsamer als vorher gehe ich meinen Weg zurück,
die kaputte Uhr in der Hosentasche. Ein kleines Lied auf den Lippen, aber schweigsam,
einen kleinen, kaum sichtbaren, Stern über mir und das Wissen in meinem
Kopf, dass vielleicht doch noch genug Zeit ist ... wenn selbst ein solcher Stern
noch Hoffnung haben kann.
© by Dennis Welz
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