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Leise zittern die Sekunden vor meinen Augen vorbei. |
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Leise zittern die Sekunden vor meinen Augen vorbei. Die Uhr an der Wand hat
das Ticken lange aufgegeben, und doch zuckt die Zeit immer noch so wie früher.
Die Sonne hat auch schon lange aufgegeben, doch den leisen Nieselregen hören
meine Ohren nicht mehr. Unruhig wandern meine Finger über die letzte kleine
Kerze, die auch schon halb abgebrannt ist.
Die Flamme ist eigentlich schon zu
ruhig, ich bilde mir immer noch ein selbst den kleinen Nachtluftstrom auf der
haut zu spüren. Das Fenster vor mir spiegelt nur dunkle Nacht, und es sieht
aus als ob kein einziger Stern sich heute nach draußen trauen würde.
Eine kleine Straßenlaterne, irgendwo dort unten an der Straße hatte
kurz wie ein Stern auf Erden gewirkt, doch irgendwann muss sie wohl durchgebrannt
sein. Irgendwo scheit jemand etwas, es kommt nur dumpf und verzerrt bei mir
an. Vielleicht schreit jemand die Wut gegen den ständigen Regen heraus.
Oder auch nur wieder ein Besoffener der sich verlaufen hat. Irgendwo über
mir macht jemand leise Musik an, vielleicht die, die mich neulich so nett gegrüßt
hat. Die Finger, die mit der Kerze gespielt haben sind inzwischen leicht schwarz,
und die Kerze ist eh bald heruntergebrannt. Jetzt ist auch die Flamme unruhiger.
Jedes Mal schießt mir durch den Kopf, dass sie vielleicht nur nicht sterben
will. Zehn Minute, schätze ich, hat sie noch, und mein Blick wandert wieder
zum Fenster. Der Schreier hat wohl eingesehen, dass sich nichts ändert
wenn er schreit. Jetzt ist er jedenfalls wieder ganz still. Nur der regen und
die Musik noch … aber die höre ich beinahe nicht. Die Uhr steht immer
noch still. Die Kerze erlischt. Ich hätte mit zehn gerechnet … nicht
fünf … langsam stehe ich auf. Ich habe Angst im Dunkeln. Morgen kaufe
ich mir eine neue Kerze, vielleicht geht die Straßenlaterne bald wieder.
© by Dennis Welz
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